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 Aus dem Linksmähder:

In lauen Sommernächten sieht man sie auf der Jagd nach Mücken, Nachtfaltern und anderen Insekten herumflattern: Fledermäuse! Doch Fledermaus ist nicht gleich Fledermaus. 30 verschiedene Arten gibt es in der Schweiz. Auch in Madiswil leben Fledermäuse, allerdings ist nur wenig über sie bekannt.

I m Jahr 2009 wurde eine Wochenstube von Braunen Langohren in der Kirche von Madiswil entdeckt. Eine Wochenstube ist ein Quartier, in dem die Weibchen während den Sommermonaten ihre Jungen gebären und aufziehen. Da

Langohren  spezifische  Ansprüche  an  ihr  Quartier  haben, kommen sie jedes Jahr gerne dorthin zurück. Doch schien es den Langohren in der Kirche nicht mehr zu gefallen: Im Jahr 2019 war das Quartier weitgehend verwaist.

Kirche schaltete die Beleuchtung aus. Damit reiht sich Madiswil ein in einen traurigen Trend: In den letzten Jahren sind über 25 Prozent aller bekannten

Wochenstuben der Braunen Langohren im Berner Mittelland  verschwunden.  Unter  anderem  machen  Gebäuderenovationen,  Umnutzung  der  Estriche  oder  künstliche nächtliche Beleuchtung der Art zu schaffen. In der Kirche

Madiswil wurde jedoch nichts verändert, im Gegenteil: Die Kirchgemeinde  Madiswil  schaltet  die  Aussenbeleuchtung der Kirche seit 2017 extra für die Fledermäuse ab. Warum also sollten die Braunen Langohren ihr Quartier,

das sie wohl seit Jahrzehnten genutzt hatten, aufgeben? Möglicherweise  hat  es  mit  Veränderungen  in  der  Landschaft  zu  tun,  die  wir  Menschen  gar  nicht  wahrnehmen.  Viele  Fledermausarten  benötigen  durchgängige  Hecken, Waldränder  oder  Bäume  als  Vernetzungsstrukturen,  um

vom Quartier ins Jagdgebiet zu gelangen. Es sind Leitlinien, entlang denen sie fliegen und die ihnen Schutz vor Feinden wie  Eulen  bieten.  Wie  alle  Fledermäuse  «sehen»  Braune Langohren mit den Ohren: Sie orientieren sich anhand des Echos ihrer Rufe. Aufgrund ihrer leisen Rufe sind Langohren quasi kurzsichtig: Sie wagen sich gerade mal über 20 Meter offene Flächen. Daher kann sich zum Beispiel der Verlust eines Einzelbaumes verheerend auswirken: War dieser Baum der letzte Ankerpunkt für die Langohren in einer sonst lee-

ren Landschaft, wird dieser «Flugkorridor» für sie unterbrochen. Passiert das mit allen Flugkorridoren um das Quartier, findet die Fledermaus den Weg dorthin nicht mehr. Die Kolonie löst sich auf – wie in Madiswil.

Aufwertung als Chance
Noch ist jedoch nichts verloren. Denn nach wie vor besteht in der Kirche ein gutes Quartier. Und Langohren sind langlebig: Bis zu 30 Jahre alt kann ein Weibchen werden! Daher wird nun mit einem Projekt versucht, die Flugkorridore für die Langohren von der Kirche in die umliegenden Wälder wieder aufzuwerten. So sollen die derzeit nur noch teilweise funktionierenden Verbindungen zum Sunnewald und in den Färechwald mit neuen Hecken, Gebüschgruppen und Einzelbäumen an kritischen Stellen wieder hergestellt werden. Schön wäre gar auch eine Verbindung an die Langete,

die als natürliches Vernetzungselement dienen könnte.

 

 

Rahmen: Veranstaltung

 


 


Fledermäuse

Frau Irene Weinsberger, Biologin, bringt uns das interessante Leben der Fledermäuse und deren Förderlinge, während einer Begehung, näher

 

Dienstag, 14.September 2021
18:45
(Dauer ca 1,5 -  2 Stunden) 
Besammlung vor dem Gemeindehaus Madiswil.
Der Abend findet bei guter Witterung draussen sonst im Gemeindesaal statt.